Papers Please

Papers please

Spielinformationen Informationen für den Unterricht
Erscheinungsjahr: 2013
Verfügbare Sprachen: diverse, darunter Englisch und
Deutsch
Genre: Adventure, Indie, Simulation
Fächer: Ethik, Politische Bildung, Geschichte
Empfohlen ab: ab 12 Jahren
Themen: Flucht und Migration, Diktatur und
Täterschaft, Kalter Krieg, Moral und Ethik
Preis: 5 – 10€
Verfügbar für: Windows, MacOS, Linux, iOS,
Android
Entwicklung: Lucas Pope (USA/Japan)

Inhaltsverzeichnis

Kurzbeschreibung

28. Dezember 1982: Als Grenzbeamter von Arstotzka musst du eine schwere Entscheidung treffen. Eine verängstigte Frau fleht dich an, den Mann nach ihr nicht einreisen zu lassen, weil er sie zwingt, sich zu prostituieren. Seine Papiere sind allerdings in Ordnung. Verweigerst du seine legitime Einreise, bekämst du ein offizielles Bußgeld, das dein Überleben und das deiner Familie gefährdet. Lässt du den Zuhälter dagegen durch, würdest du die Frau ihrem schweren Schicksal überlassen. Wie verhältst du dich: Dienst nach Moral oder nach Vorschrift?

Das kurzweilige Game „Papers, please“ bringt Spielende von Anfang an in moralische Zwickmühlen. Sie müssen als Grenzbeamter des fiktiven, pseudo-kommunistischen, autoritären Staats Arstotzka unter Zeitdruck Dokumente kontrollieren und entscheiden, wer einreisen darf und wer nicht. Das Spiel ist ein düsterer Bürokratie-Simulator ohne Happy End – und dennoch ein weltweiter Bestseller mit über 5 Millionen Käufen.

Der Erfolg rührt einerseits von der simplen, wie fesselnden Spielmechanik. Die Challenge besteht darin, bei der Dokumentenkontrolle die ständig wechselnden, teilweise willkürlichen Einreiseregeln des Grenzregimes zu beachten. Andererseits fasziniert „Papers, please“ trotz seiner Pixelgrafik mit einem Setting, das sich mit vielen Referenzen am Kalten Krieg orientiert, sowie einer Story, die uns emotional mit Fluchtbiographien und staatlichen Repressionen konfrontiert. 

Das Spiel vermittelt somit Diktatur- und Migrationserfahrung sowie Selbstwirksamkeit. Wir müssen im Laufe des Spiels entscheiden, welche Rolle wir in der Diktatur spielen wollen: Stützen wir als opportunistischer Schreibtischtäter das Regime oder leisten wir Widerstand?

Einsatzmöglichkeiten im Unterricht

Fach Mögliche Themen Mögliche Leitfragen
Ethik: (ab 7.Klasse)
  • Freiheit und Verantwortung
  • Handeln und Moral
  • Recht und Gerechtigkeit
  • Warum schränken Staaten individuelle Freiheiten und Rechte ein
    (z.B. das Asylrecht)?
  • Welche Werte schützt die Gesellschaft?
  • Wie sieht verantwortungsvolles, moralisches Handeln aus?
  • Wie sollen Regelverletzungen sanktioniert werden?
Politische Bildung (ab Kl. 7)
  • Migration
  • Rechtsstaat
  • Demokratie und Diktatur
  • Welche Ursachen hat Migration?
  • Wie stellt sich „Arstotzka“ als Rechtsstaat dar?
  • Wie autoritär ist der Staat „Arstotzka“?
  • Ist das Spiel antikommunistisch?
Geschichte (ab Kl. 9/10)
  • Kalter Krieg
  • Diktatur und Opposition
  • digitale Geschichtskultur
  • Welche Rolle spielt der Kalte Krieg im Spiel? 
  • Ist „Arstotzka“ ein kommunistischer Staat nach historischem Vorbild?

Didaktisches Potenzial

Vermittlungspotential: Das Spielen von und das Reflektieren über „Papers, please“ fördert neben den oben erwähnten Themen vor allem empathische Fähigkeiten, indem die Spielenden permanent über das Schicksal von Migrant:innen entscheiden müssen. Zudem lernen sie, Ideologien, Machtstrukturen, Ungerechtigkeiten und Diskriminierungen in digitalen Spielen zu erkennen und dies auf die reale Welt zu übertragen.

Vorteile: Der Einsatz im Unterricht ist niedrigschwellig. Wegen der simplen Grafik und Programmierung läuft das Spiel auf fast allen Geräten und ist zudem relativ preiswert zu erwerben. 30 Minuten Spielzeit sind für erste Impressionen und Diskussionen ausreichend, da einzelne Spielrunden nur ca. 5 bis 10 Minuten dauern.

Mögliche Herausforderungen: Deaktivieren Sie vor Spielbeginnen im Menü die Darstellung von Nacktheit und relativieren Sie die Erwartungshaltung von gamingaffinen SuS, da auf sie die ungewohnt grobpixelige Grafik sowie die Bürokratie-lastige Spielmechanik abschreckend wirken können. Reflektieren Sie in den Spielpausen über die Täterperspektive im Spiel, den moralischen Entscheidungsdruck und die Darstellung von Gewalt.

Downloadbereich

Übersicht

Hier finden sie eine Übersicht an Methoden und Inhalt des Games. Es handelt sich hierbei um eine Zusammenfassung dieser Seite für den Ausdruck: 

Die Schüler:innen bekommen sie einen Fall zugeteilt, an dem sie sich die Rechtslage des Staates Arztrotzka anschauen.

Sozialform: Einzel – Zweiergruppe – Gruppenarbeit (Think Pair Share)
Zeitaufwand: 20 – 30 min
Technik: Zu Zweit an einem Game
Kompetenz: Politische Probleme identifizieren (D-E): Die SuS können Problemlagen, Entscheidungen und Kontroversen beschreiben